Elterninformation zur 17. LEB-Sitzung des 17. LEB

In der LEB-Sitzung am 11. April 2019 informierten sich die Mitglieder anhand von statistischen Berichten und Analysen über die Anmeldezahlen in den verschiedenen Schularten, über die Klassengrößen sowie über die Anzahl der Förderschülerinnen und Förderschüler in Förderschulen und in Schwerpunktschulen. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die nach der Grundschule ins Gymnasium wechseln, ist anteilsmäßig gestiegen. Auffallend sind Unterschiede der Bildungsbeteiligung zwischen Stadt und Land: Insgesamt wechseln in den Städten mehr Schüler*innen von der Grundschule ins Gymnasium als auf dem Land. Gestiegen ist auch die Zahl der Rückläufe vom Gymnasium in die Realschulen plus und die IGS. Wünschenswert wäre eine Entscheidungshilfe für Eltern auf der LEB-Homepage und eine bessere Gestaltung der Übergänge, sind sich die LEB-Mitglieder einig. Geführt werden soll auch die Diskussion über die Studierfähigkeit der Abiturienten sowie über Gründe für und Maßnahmen gegen Studienabbrüche.

Gleichzeitig mit dem Anstieg des Anteils der Förderschülerinnen und Förderschulen in Regelschulen ist auch deren Anzahl insgesamt gestiegen. Das scheint problematisch und soll weiter verfolgt werden.

Außerdem wären aktuelle Zahlen zu Geburten und Schulanfängern dringend zu erheben, damit eine gute Unterrichtsversorgung langfristig geplant werden kann.

Die in der Übergreifenden Schulordnung (ÜSchO) geänderten Regelungen zur Einstufung, Umstufung und Versetzung in der integrativen und der kooperativen Realschule plus sowie in der Integrierten Gesamtschule waren Gegenstand einer Information durch Herrn Weirauch aus dem Bildungsministerium: Er erläutert, dass in der neuen ÜSchO die Regelungen von RS+ und IGS angeglichen worden seien. So sei in der IGS für die Übergänge in die 10. Klasse und in die MSS die Belegverpflichtung aufgehoben worden.

Mit zwei Mitgliedern der Landesschüler*innenvertretung sprechen die LEB-Mitglieder über die Fridays for Future-Streiks und über die Aktion zum Thema Bildungsticket. Die LSV habe bisher einmalig im März zur Teilnahme am Klimastreik aufgerufen. Sie werde die Bewegung F4F grundsätzlich weiter unterstützen, jedoch nicht mehr zu den Streiks aufrufen.

Landeselternsprecher Dr. Ralle erwiderte, dass der LEB die Bewegung grundsätzlich unterstütze, das Gremium den Termin während des Unterrichts jedoch problematisch sehe. Klimaschutz sei wichtig, Bildung aber auch. Mittlerweile bedürfe die Bewegung nicht mehr der Aufmerksamkeit über den Streik, die Demonstrationen könnten seiner Meinung nach jetzt auch außerhalb des Unterrichts stattfinden.

Gefragt nach der Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler auf Konsumverzicht, antwortete Herr Fomsgaard, man fahre mit dem Zug auf Klassenreise statt zu fliegen, nutze öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad statt eines Autos. Die Mehrheit bemühe sich um nachhaltiges Verhalten. Auch Bildung über Nachhaltigkeit sei Bildung. Darüber hinaus gebe es weitere Aktionen wie Baumpflanzaktionen, Müll sammeln oder Einsatz für bessere Fahrradwege. Interessanterweise seien die Aktionen weniger bekannt bzw. pressewirksam als die Demonstrationen, die freitags während des Unterrichts stattfinden. Man wünsche eine Entschuldigung für das Fehlen, denn politisches Engagement sei wichtig und wünschenswert. Man könne Schulen nachhaltiger machen etwa durch eine Plakette für nachhaltige Schulen, Verzicht auf Plastikumschläge, Nutzung von Recyclingpapier und weniger Kopien. Nicht alles müsse ausgedruckt werden. Umweltschutz sei in der Schule schon lange ein Thema.

Den Einwand, Eltern könnten den Fahrdienst einschränken, nutzte Herr Fomsgaard zum Themenwechsel auf das Umweltticket und den Ausbau des ÖPNV, das der LEB unterstützen könnte. Er lud den LEB ein, im Bündnis für das Ein Euro-Ticket mitzuarbeiten. Viele Fragen seien noch offen, aber Hessen sei schon weiter. Der Landeselternsprecher sah diese Initiative in Konkurrenz zu anderen Forderungen des LEB (s. Forderungskatalog), die schon jetzt auf Mehrkosten von 500 Millionen Euro geschätzt würden, während etliche weitere LEB-Mitglieder an einer Mitarbeit im Bündnisses interessiert waren.