LandesElternBeirat

Rheinland-Pfalz

Aktuelle Pressemitteilungen (PM) des LEB

12.05.2021: LEB an den neuen Landtag Rheinland-Pfalz. Die PM finden Sie Downloadhier.

19.05.2021: gemeinsame PM des LEB und der Gewerkschaft Erziehung und Bildung RLP. Die PM finden Sie Downloadhier.

20.05.2021: gemeinsame PM des LEB und der Landesschüler*innenvertretung RLP. Die PM finden Sie Downloadhier.

< Ergebnisse der LEB-Umfrage "Wissenslücken schließen"
14.05.2021 12:19 Alter: 32 days
Kategorie: LEB, Aktuelles

Pressemitteilung des Landeselternbeirats Rheinland-Pfalz vom 12.05.2021

Der LEB fordert: „Bildungsoffensive – jetzt und sofort“ in RLP.


Eine zeitgemäße und zukunftsweisende Bildung braucht einen höheren Stellenwert.

Die Schule der Zukunft sehen wir Eltern als eine innovative, moderne, soziale, inklusive, digitale und nachhaltige Bildungseinrichtung.

Aber diese gibt es nicht zum Nulltarif!

Der Landeselternbeirat fordert umgehend alle Parteien auf, folgende Forderungen schnellstmöglich umzusetzen:

  • Wir fordern die Implementierung eines nationalen und landesweiten Bildungsgipfels. Diesem sollen der Landeselternbeirat (LEB), die Regionalelternbeiräte (REB), die Landesschüler*innenvertretung (LSV), die Hauptpersonalräte, die Lehrerverbände, die ADD, das Bildungsministerium, akademische Bildungexpert*innen und die kommunalen Spitzenverbände angehören. Ziel muss es hierbei sein, umsetzbare Lösungen zur Schließung aller vorhandenen Wissenslücken, die durch den Unterricht unter Corona-Bedingungen verursacht wurden, zu finden und gemeinsam für eine schnelle Umsetzung zu sogen. So kann eine Schule der Zukunft funktionieren.
  • Wir fordern eine bis dahin nie gesehene Einstellungsoffensive für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte aller Schularten. Der LEB fordert eine Klassenmesszahl von nicht mehr als 24 Schüler*innen je Klasse in den weiterführenden Schulen und in den Grundschulen eine weitere Absenkung der Klassenmesszahl auf kurzfristig 18 Schüler*innen, langfristig jedoch 15 Schüler*innen je Klasse. Damit muss umgehend an den Brennpunkt- und Schwerpunktschulen und S4-Schulen begonnen werden. Weiterhin fordert der LEB eine deutliche Verbesserung in den Ergebnissen von Schulabschlüssen. Innerhalb der nächsten 3 Jahren muss es mit allen erforderlichen Mitteln geschafft werden, die Quote der Schulabschlüsse auf mindestens 95% anzuheben. Ebenfalls muss mehr Qualität in den Bereich „Lehre“ Einzug halten. Dabei sollen (neue) wissenschaftliche Erkenntnisse Berücksichtigung finden. Die Qualität muss durch allgemein verpflichtende Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer*innen gesichert werden. Hierbei ist ein besonderer Schwerpunkt auf die Fortbildungen im Umgang mit digitalem Unterricht und dessen Konzeption zu legen. Dies trägt dazu bei, dass ein schneller Ausbau der Digitalisierung voranschreiten kann.
  • Wir fordern die umgehende Einführung von Multiprofessionellen Teams in allen Schulen von Rheinland-Pfalz. Das Einsetzen dieser Teams kann gewinnbringend für eine schnellstmögliche Entlastung der Lehrkräfte und Schulleitungen sein. Hiermit soll in einem ersten Schritt bei den Schwerpunktschulen, Brennpunktschulen und den S4-Schulen begonnen werden. Nach und nach sollen diese Teams auch an anderen Schulformen in RLP eingesetzt werden. Dabei sollen die Erfahrungen aus dem Schulprojekt „Selbstverwaltende Schule“ einbezogen werden. Jeder Schule soll, je nach Größe und Bedarf, ein eigenes Budget zur Einstellung der erforderlichen Kräfte zur Verfügung gestellt werden. Dieses kann auch aus Bundesmitteln, die im Rahmen der Pandemiebekämpfung zur Verfügung gestellt werden, gewonnen werden. Je nach Bedarf können durch den Einsatz von Multiprofessionellen Teams beispielsweise Schulsozialarbeiter*innen, I-Helfer*innen, Bibliothekar*innen, Handwerksmeister*innen, Gesell*innen und Technische Assistent*innen (im Bereich der Digitaltechnik) an den Schulen eingesetzt werden. Auch für weitere, hier nicht aufgeführte Berufsgruppen könnte dies zukünftig gelten.
  • Wir fordern die Sicherstellung eines deutlich schnelleren Ausbaus der digitalen Lernmöglichkeiten bis in die letzte Dorfgemeinschaft. Hierzu zählt die für den digitalen Unterricht benötigte technische Ausstattung – inklusive der digitalen Infrastruktur. Eine solche muss unter anderem, in Abstimmung mit dem Landeselternbeirat und den Regionalelternbeiräten, innerhalb eines landesweiten Kompetenzteams sowie regionalen Kompetenzteams erfolgen. Für eine Erhöhung der Serverkapazitäten für Moodle und Big Blue Button sowie für die Sicherheit im IT-Bereich sollen die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Der Schulcampus muss schnellstens ausgeweitet und an die Möglichkeiten von MS Teams angepasst werden. Hierzu bieten der LEB und die REB gerne Ihre Unterstützung an.
  • Wir fordern, dass die IT-Infrastruktur für Schulen verbessert wird. Die Landesregierung soll dafür sorgen, dass den Schulen eine IT Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird, die den datenschutzkonformen Einsatz der gängigen Office- und Groupwarelösungen zur produktiven Nutzung und zu Ausbildungszwecken der Schülerinnen und Schüler erlaubt.
  • Wir fordern, dass in der weiteren Gestaltung von Präsenz- und Wechselunterricht umgehend mobile Raumluftreinigungsgeräten mit H13 und H14 Filter in Verbindung mit besonderen Plexiglastrennscheiben (nach Prof. Kähler) bereitgestellt werden. Präsenzunterricht in voller Klassenstärke soll erst wieder stattfinden, wenn diese Gerätschaften in den Klassen aufgestellt wurden.
  • Wir fordern, dass eine Entzerrung des ÖPNV stattfindet und dieser deutlich schülerfreundlicher gestaltet wird. Bei dieser Gestaltung soll der Landeselternbeirat und alle Regionalelternbeiräte miteinbezogen werden.
  • Wir fordern, dass die Schulbaurichtlinie dringend an die derzeitige neue Lage angepasst wird. Hierzu muss ein sofortiges Sanierungsprogramm für alle sanierungsbedürftigen Schulen etabliert werden. An diesem muss sich auch der Bund in angemessener Größe beteiligen – gerade in Bezug auf die derzeitige Pandemielage.

 

Für den Landeselternbeirat RLP

Reiner Schladweiler

Landeselternsprecher RLP