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11.03.2019 10:59 Alter: 130 days
Kategorie: Aktuelles

Elterninformation zur 16. LEB-Sitzung des 17. LEB


In der ersten LEB-Sitzung in diesem Jahr, am 7. Februar 2019, stimmten die Mitglieder zunächst über das Thema des Landeselterntages am 11. Mai 2019 im Werner-Heisenberg-Gymnasium in Neuwied ab. Dem Landeselternsprecher ist es ein Anliegen, das Elternvertretungen vollständige und aussagekräftige Informationen etwa über die Unterrichtsversorgung  und über die Leistungen der rheinland-pfälzischen Schülerinnen und Schüler erhalten, damit sie ihrer Beratungspflicht sinnvoll nachkommen können.  Man einigte sich auf den Titel „Bildungspolitik – Anspruch und Wirklichkeit und Wahrnehmung“. Den Vortrag soll Prof. Dr. Kai Maaz vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation halten.

Zu den nächsten drei Tagesordnungspunkten hatte der LEB mehrere Gäste. Zur Vorstellung der Maßnahmen des Bildungsministeriums im Grundschulbereich nach den unbefriedigenden Ergebnissen im IQB-Bildungstrend begrüßte der Landeselternsprecher Frau Elke Schott, die neue Leiterin der Abteilung 4 B „Grundschulen, Realschulen plus, Gesamtschulen, Förderschulen, Haupt- und Realschulen in privater Trägerschaft, Ganztagsschulen, Grundsatzfragen Inklusion im Bildungsgereich“. Sie nannte Programme zur Stärkung des Schriftspracherwerbs und der Arithmetik wie „Lesen macht stark“, das „Ohrenspitzer plus-Modell“, die Einführung eines verbindlichen Grundwortschatzes sowie  „Mathe macht stark“. Für den Unterricht Deutsch als Zweitsprache (DaZ) sei eine Qualitätsoffensive geplant vor allem durch das sog. „grammatische Geländer“ und durch korrektives Feedback. Entsprechende Fortbildungen und Module am Ende des Vorbereitungsdienstes würden die Lehrkräfte vorbereiten.

In der Diskussion wurde durch die Eltern die Stofffülle in der Grundschule grundsätzlich problematisiert: Wäre es nicht besser den Fremdsprachenunterricht in der Grundschule abzuschaffen oder einzuschränken zugunsten von mehr Übungsphasen? Kritisch wurden die Methode „Lesen durch Schreiben“ und unterschiedliche Ausgangsschriften in den Grundschulen gesehen. Außerdem wurde mehr Unterstützung durch weitere Fachkräfte wie Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Förderschullehrkräfte und Schulgesundheitsfachkräfte (multiprofessionelle Teams) gefordert.  

Herr Bremm, Leiter der Abteilung Gymnasien, und Herr Kaul, u.a. Gestaltung der MSS und Abiturprüfungen, waren um Ausführungen zu den beiden aktuellen Themen Studierfähigkeit und Abiturnoten in Rheinland-Pfalz eingeladen worden. Rheinland-Pfalz liege im Ländervergleich mit der Abitur-Durchschnittsnote an drittletzter Stelle, sagte Herr Kaul.  Im Übrigen seien die Notenkurven in den Bundesländern sehr ähnlich. In den letzten 20 Jahren habe sich der Mittelwert um 0,1 nach oben verschoben. Die Eltern sorgten sich um eine mögliche Benachteiligung bei der Studienplatzvergabe über den Numerus Clausus durch schlechtere Benotung. Diese würde teilweise durch gesplittete Vergabeverfahren, z.B. den Medizinertest, durch Ausgleich von Unterschieden oder Länderkontingente beim Hochschulstart ausgeglichen. Problematisch wird die hohe Zahl der Studienabbrecher gesehen. Die Abstimmungen zwischen Schulen, die zum Abitur führen, und Hochschulen  müssten verbessert werden und die die duale Ausbildung nach dem Abitur müsse als Alternative zum Studium in den Blick rücken.

Herr Schmitt, Beauftragter für den Haushalt, begann seine Erläuterungen zum Haushalt des Bildungsministeriums mit dem Hinweis, der Einzelplan 09 für Bildung sei mit 4,509 Milliarden Euro der umfangreichste unter den Landes-Ressorts. Der Bildungshaushalt umfasse mehr als 50% aller Personalausgaben des Landes. Im Bildungshaushalt würden mehr als 80% des Haushaltstitels für Personal aufgewendet.

Am vorgesehenen Abbau von 2000 Stellen im Land bis zum Ende der Legislaturperiode sei der Bildungsbereich von SJ 2017/18 bis SJ 2020/21 mit 310 Planstellen beteiligt, inklusive der Planstellen, die in Abhängigkeit von der Schülerzahl abgebaut werden könnten. Außerdem würden 12,75 Planstellen im Ministerium, 8 Stellen im Pädagogischen Landesinstitut (PL) und 17,25 Planstellen/Stellen in der ADD abgebaut.

Dennoch würden zur Sicherung und Verbesserung der Unterrichtsversorgung unter Berücksichtigung der Schülerzahlentwicklung in den Jahren 2019 und 2020 jeweils 130 zusätzliche Stellen geschaffen. Darüber hinaus jeweils 40 Stellen für Feuerwehrlehrkräfte in den Grundschulen und jeweils 25 Stellen für Sprachförderung.  Zur weiteren Verringerung der befristeten Beschäftigungsverhältnisse wurden 100 Stellen zur Verfügung gestellt, die durch die Umsetzung von Vertretungsmitteln gespeist werden. Zur Umsetzung der Digitalstrategie wurden beim PL, in den Schulkapiteln und dem Ministerium zusätzliche personelle Ressourcen berücksichtigt (insgesamt 37,5 Planstellen und Stellen, davon 20 neu für digitale Koordination).

Wieder unter sich, nahmen sich die LEB-Mitglieder den Entwurf eines Forderungskatalogs für die 17. Amtsperiode vor. Den hatte eine Arbeitsgruppe in zwei Sitzungen zusammengestellt und vorgelegt. Mit kleinen Änderungen wurde er bei zwei Enthaltungen und ohne Gegenstimme angenommen.