< Eltern gegen einen digitalen Blockwart
08.11.2018 13:53 Alter: 12 days
Kategorie: Aktuelles

Elterninformation zur 14. LEB-Sitzung des 17. LEB


Die Ganztagsschule und der LEB-Forderungskatalog waren die beiden wichtigsten Themen in der LEB-Sitzung am Donnerstag, den 25. Oktober 2018, in Mainz.

Doch zunächst fand der übliche Austausch mit Staatssekretär Beckmann statt: Er wies die LEB-Mitglieder auf den am Vortag veröffentlichten Entwurf des Doppelhaushalts 2019/2020 des Landes Rheinland-Pfalz hin. Über die für Schulen und Kitas vorgesehenen Mittel hat das Bildungsministerium in einer externer LinkPressemeldung informiert. Der LEB wird sich in seiner nächsten Sitzung durch den Fachreferenten über Einzelheiten informieren lassen.

Mit der Unterzeichnung des Digitalpaktes zwischen Bund und Ländern rechne er in den kommenden Wochen, versicherte Staatssekretär Beckmann. Damit würden Mittel für Investitionen des Bundes in die digitale Infrastruktur in den Ländern bereitgestellt, die Rheinland-Pfalz auch für die pädagogische Konzeption und, falls begründet, für die Anschaffung von Endgeräten ausgeben will. Mittel etwa für Anwendungsbetreuung seien im Landeshaushalt vorgesehen.

Über die externer LinkGanztagsschulen informierte Johannes Jung, der deren Einrichtung in Rheinland-Pfalz von Anfang an begleitet hat. Im Jahr 2002 hat das Land sein Ganztagsschulprogramm gestartet und heute haben 80 Prozent der Schulen ein Ganztagsangebot. Er unterscheidet zwischen verpflichtenden Ganztagsschulen (107 Schulen vor allem im Förderschulbereich), Ganztagsschulen in Angebotsform (623 Schulen) und offenen Ganztagsschulen (267 vor allem Grundschulen). Das Land finanziert das pädagogische Personal und unterstützt die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern. Ganztagsschulen in Angebotsform bieten an vier Tagen in der Woche bis 16 Uhr Programm. Wenn sie komplette Halbtags- und Ganztagsklassen bilden können, kann der Unterrichtstag für die Ganztagsschüler*innen „rhythmisiert“ werden, d.h. der Unterricht kann über den ganzen Tag, abwechselnd mit Freizeitangeboten, verteilt werden wie in den verpflichtenden Ganztagsschulen. Andernfalls findet der Unterricht vormittags statt und nachmittags die Hausaufgabenzeiten und Freizeitangebote.

Die Ganztagsschulen in offener Form bieten Betreuung für mindestens sieben Stunden an drei Tagen. Dieses Betreuungsangebot ist zeitlich flexibler, aber für die Eltern kostenpflichtig.

In der sich anschließenden Aussprache stimmt der LEB mit einer Enthaltung und ohne Gegenstimme dafür, diese Vielfalt im Ganztagsangebot zu erhalten. Die Wahl zwischen unterschiedlichen Formen der Ganztagsschule komme den Wünschen der Eltern entgegen. Das Nachmittagsangebot müsse jeweils eine gute Qualität haben und durch geeignete und qualifizierte Fachkräfte erfolgen.

Der LEB hatte in der vorherigen Amtsperiode DownloadForderungen zur Verbesserung der Schulen zusammengestellt, die nur in geringem Umfang realisiert wurden. Die enttäuschenden Ergebnisse der Grundschulen im IQB-Bildungstrend 2016 sind aus Sicht des LEB ein Beleg dafür, dass etwa die Forderungen zur besseren personellen Ausstattung der Grundschulen noch aktuell sind. Dies sehen die Mitglieder als Anlass, sich das Positionspapier noch einmal vorzunehmen und fortzuschreiben. Ein entsprechender Entwurf soll in der Dezembersitzung abgestimmt werden.

Einstimmig verabschiedete der LEB gemeinsam mit den Regionalelternbeiräten eine interner LinkResolution, in der Portale, auf den Schüler*innen Lehrkräfte denunzieren sollen, verurteilt werden. Sozialkunde könne nicht sinnvoll unterrichtet werden, ohne dass radikale Tendenzen und extremistische Positionen auch als solche benannt werden. Die Lehrer seien dazu verpflichtet, derartige Tendenzen – egal aus welcher Ecke sie kommen, sei es Rechts- oder Linksradikalismus, Islamismus etc – zu benennen, da unsere Kinder zu mündigen Staatsbürgern erzogen werden sollten, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen.

Erfreut zeigten sich die LEB-Mitglieder darüber, dass eine von ihnen kritisierte interner LinkÄnderung der Übergreifenden Schulordnung (in § 20 Abs. 4) nun doch nicht angewendet werden soll. Die Möglichkeit, bei nicht erfolgter Empfehlung für den Besuch des Gymnasiums statt einer Prüfung den Unterricht im Gymnasium probeweise für mindestens sechs Wochen und höchstens ein halbes Jahr zu besuchen, wird demnach weiter bestehen.