< LEB-Pressemeldung zur Schulsozialarbeit
22.06.2018 12:41 Alter: 152 days
Kategorie: Aktuelles

Elterninformation zur 12. LEB-Sitzung des 17. LEB

In seiner letzten Sitzung hat der Landeselternbeirat den Beschluss gefasst, über die dort behandelten Themen, soweit öffentlich und rechtlich möglich, zu informieren.


Sollten Sie einmal weitere Informationen benötigen, Fragen haben oder Themen diskutieren wollen, sprechen Sie bitte den LEB-Vertreter Ihrer Region an, oder nehmen Sie Kontakt mit unserer Geschäftsstelle im Bildungsministerium auf.

Tagesordnung:

9:00 h TOP 1 Eröffnung der Sitzung, Begrüßung, Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung und Beschlussfähigkeit

9:05 h TOP 2 Verabschiedung des Protokolls der 11. Sitzung des 17. LEB

9:15 h TOP 3 Austausch über schriftlich eingereichte Fragen und Themen

10:00 h Kaffeepause

10:15 h TOP 4 Situation der Realschulen plus aus Sicht der Eltern 

10:45 h TOP 5 Austausch mit zuständiger Referentin aus dem BM

11:30 h TOP 6 Information über die Situation im BER

12:00 h bis 13:00 h Mittagspause

13:00 h TOP 7 Der Arbeitskreis „Familien sicher im Netz“

13:45 h TOP 8 Öffentlichkeitsarbeit des LEB

15:00 h TOP 9 Berichte

15:30 h TOP 10 Verschiedenes

 

Eltern-Stimmrecht

Seit der Schulgesetznovelle von 2014 haben Eltern- und Schülervertreter ein Stimmrecht in der Gesamtkonferenz. Dem Ansinnen des LEB, dieses Vertretungsrecht auf alle Konferenzen zu erweitern, wurde in der anstehenden Schulgesetzänderung nicht Rechnung getragen.

Der LEB fordert das Stimmrecht in allen schulischen Konferenzen weiterhin mit Nachdruck.

 

Reform höhere Berufsfachschule (HBF)

Das Ministerium führt bis 2019 an fünf Schulen im Land einen Test der geplanten Reform durch. Weiterhin soll die Fachhochschulreife möglich sein, allerdings will man die Ausbildung des „Assistenten“ dahingehend modernisieren, dass Lerneinheiten durch Verringerung des Anteils von allgemeinbildendem Unterricht, in die Betriebe verschoben werden.

Der LEB befürchtet einen Unterrichts- und Lehrerabbau und hinterfragt, wie man mit einem Abbau schulischen Unterrichts die Attraktivität der HBF erhöhen will. Das Thema bleibt weiter auf der Agenda des LEB, eventuell muss ein Gespräch mit den Kammern geführt werden.

 

Präventionsmaßnahmen zum Thema soziale Medien

Das Ministerium verweist diesbezüglich auf das bundesweit anerkannte Programm „Medienkompetenz macht Schule“ im Sekundarbereich, welches in Folge der bestehenden und erwarteten Risiken in sozialen Netzwerken auf die Grundschulen ausgeweitet wird.

Abgerundet wird die Maßnahme durch entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte (Jugdendmedienschutzbeauftragte), Fortbildungsangebote des Pädagogischen Landesinstitutes (PL), Studientage zum Thema Cybermobbing, umfangreiches Material, wie etwa „Klick Safe“, sowie Schülerworkshops und die Ausbildung von Schülerinnen und Schüler zum Medienscout, aber auch durch die zahlreichen Elterninformationsveran-staltungen.

Interessierte SEB können entsprechende Veranstaltungen für ihre Schule anfragen.

 

Medienerziehungsangebot von Eltern für Eltern

Ein Mitglied des Arbeitskreises (Ak) „Familien sicher im Netz“ stellt diese Initiative der Theresianum Stiftung & Alumni vor. Ihr Motto: „Medienerziehung ist Elternsache“, daher beraten die Ak-Mitglieder Eltern der Klassen 3 bis 5 vorwiegend bisher der bischöflichen Grundschulen. Auf Klassenelternversammlungen stellen sie Eltern fünf konkrete Empfehlungen vor und regen zur Diskussion an.

Aktuell bietet der AK an, interessierte Schulelternbeiratsmitglieder anderer Schulen „auszubilden“, damit das Angebot im Land Verbreitung findet. Interessierte SEB können sich externer Linkinformieren  oder E-MailKontakt aufnehmen.

 

Potenzialanalyse

Die Durchführung der Potenzialanalyse durch Lehrkräfte scheint nach Berichten aus den Schulen zu einem hohen Unterrichtsausfall zu führen. Deshalb spricht der LEB die unbedingte Empfehlung aus, die Potenzialanalyse während der Praktikumszeit (wenn Lehrkräfte freigesetzt sind) oder kurz vor den Sommerferien, meist die Zeit der Projektwochen, durchzuführen und ein zielführendes Vertretungskonzept zu erarbeiten.

 

Wahlpflichtfächer - Lehrerqualifikation 

In Realschulen plus und in Integrierten Gesamtschulen wählen die Schülerinnen und Schüler zwischen einer zweiten Fremdsprache und sogenannten Wahlpflichtfächern. Die IGS bietet neben den Wahlpflichtfächern mit landeseinheitlichen Lehrplänen schuleigene Wahlpflichtfächer. Eine Verwaltungsvorschrift regelt die Genehmigung schuleigener Wahlpflichtfächer.

Der LEB zweifelt ob die unterrichtenden Lehrkräfte dafür die notwendige Qualifikation haben, zumal diese Fächer i.d.R. keine offiziellen Studienfächer sind.

 

Realschule plus – Lehrerversorgung

Kooperative Realschulen plus (Rs+) müssen oftmals nach der Orientierungsstufe mehr Klassen bilden als vorausberechnet. Eine entsprechende Lehrerversorgung ist somit nicht eingeplant.

Der LEB hält deshalb eine Unterversorgung für mehr als wahrscheinlich und die Maßnahmen des Ministeriums für nicht ausreichend. Das Thema bleibt im Fokus.

 

Sorgenkind – Realschule plus?

Ausgangssituation: Nach eigenen Erhebungen von Elternvertretern vor Ort gehen die Anmeldezahlen stark zurück und gefährden somit den Bestand zahlreicher RS+ oder gar der ganzen Schulart. Kann die laufende Imagekampagne des Bildungsministeriums die Gefahr „der Abstimmung mit den Füßen“ bannen oder ist nicht vielmehr eine bessere personelle Ausstattung der Schulen notwendig und sinnvoller als eine Imagekampagne?

Die zuständige Rs+ - Referentin, selbst ehemals Rs+ - Schulleiterin, relativiert, es handele sich um eine bereits erfolgreiche Informationskampagne. Landesweit seien die Anmeldezahlen zwar regional unterschiedlich und stark schwankend, aber sogar um etwa 500 Schülerinnen und Schüler gestiegen.

Das Plenum stellt in der Diskussion fest, dass die - bei der ADD erfragten - Zahlen der Elternvertreter erheblich von denen abweichen, die das Ministerium präsentiert.

Der LEB wird sich die Zahlen nach den Sommerferien nochmals ansehen.

 

Realschule plus - Schwerpunktschulen

Schwerpunktschulen unterrichten zusätzlich beeinträchtigte Schülerinnen und Schüler, dafür stehen ihnen Förderlehrkräfte zu, die aktuell allerdings nur schwer zu rekrutieren sind. Deshalb ist für den Spätsommer ein schulfachlicher Austausch zur Inklusion vorgesehen und „Problemanzeigen“ an das Inklusionsreferat sind durchaus willkommen. Landeselternsprecher Dr. Ralle mahnt in diesem Fall und allgemein an, dass eine Einladung zur Teilnahme des LEB an Gremien dieser Art erfolgt.

 

Bundeselternrat (BER)

Der LEB ist derzeit mit sieben Delegierten beim Bundeselternrat vertreten. Aufgrund einer Budgetbegrenzung des BER sollen künftig nur noch sechs Delegierte pro Bundesland zu den Sitzungen nach Potsdam reisen dürfen. Die Neuorganisation und Satzungsänderung ist im BER sehr umstritten, dennoch hält die Mehrheit des LEB einen Verbleib im BER für wichtig und sinnvoll. Die Delegation aus Rheinland-Pfalz will nun Vorschläge erarbeiten, wie man die Position des BER der KMK gegenüber stärken kann.

 

Öffentlichkeitsarbeit des LEB

Die Öffentlichkeitsarbeit des LEB soll transparenter werden. Dazu soll nach jeder Plenumssitzung eine Zusammenfassung erstellt und auf der Homepage veröffentlicht werden.

Weitere Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit sollen im Rahmen der zweitägigen Klausurtagung in Speyer im Spätsommer erarbeitet werden.

 

Berichte der RegionalElternSprecher

REB Rheinhessen/Pfalz: Der REB wird eine Facebook-Seite erstellen, es ist geplant diese nach den Sommerferien frei zu schalten, die Seite ist ohne Anmeldung zugänglich.

REB Trier: Hier stehen schadstoffbelastete Schulgebäude, eine 110 %ige Unterrichtsversorgung und der Einsatz multiprofessioneller Teams in Schulen auf der Agenda.

REB Koblenz: Der absolute Mangel an Grundschullehrkräften für Vertretungsverträge bereitet den Mitgliedern Sorge. Ebenfalls kritisch angemerkt: Trotz der angespannten Versorgungslage werden den Grundschulen immer weitere Aufgaben zugemutet, wie die Digitalisierung oder die Inklusion.

 

Weitere Berichte und Mitteilungen

Der rheinland-pfälzische Teilhabebeirat wird im Frühjahr 2019 eine informative Inklusionstour nach Barcelona unternehmen. Die Teilnahme des LEB-Delegierten wurde einstimmig abgesegnet.

Mitglieder berichten aus dem Landesjugendhilfeausschuss (fordern Schulsozialarbeit und mehr Deutschunterricht für Flüchtlinge) vom Bildungsgespräch der CDU (die vereinfachte Ausgangsschrift sei problematisch) und aus dem Beratungsnetzwerk gegen rechts (rechtsextreme Gruppen ködern Jugendliche durch Festivals).

Zukünftig sollen wieder zwei LEB-Mitglieder im Beratungsnetzwerk ständig mitarbeiten und eine weitere Person als Stellvertreter zur Verfügung stehen.

 

Aus dem Bildungsministerium wird berichtet, dass das Elterninformationsportal (EIP) in den kommenden Jahren neu aufgestellt werden soll.

 

Der Landeselternbeirat wird sich auf dem Landesehrenamtstag in Primasens am 26. August 2018 mit einem Stand präsentieren.